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A 3.1 Arbeits- und Schutzgerüste

  Die häufigsten Gefahren

  • Absturz vom Gerüst
  • Lösen des Gerüstes von der Wand
  • Überlastung des Gerüstes, ungenügende Tragfähigkeit
  • Wegrollen von Gerüsten

  Maßnahmen

Allgemeine Anforderungen

Seitenschutz

  • Geländerholm
  • Zwischenholm
  • Bordbrett







Verwendung von Leitern als Aufstiege

  • als Gerüstinnenleitern, die nicht mehr als zwei Gerüstlagen miteinander verbinden
  • als Gerüstaußenleitern, wenn die Gerüstlagen nicht höher als 5,00 m über einer ausreichend breiten und tragfähigen Fläche liegen

Fußpunkt  1 

  • Aufstellung nur auf tragfähigem, ebenem Boden
  • Fußplatten und Gerüstspindeln verwenden
  • Ständer an den Fußpunkten mit Längs- und Querriegeln verbinden

Aussteifungen/Verstrebungen  2 

  • Gerüste müssen ausgesteift werden, z. B. durch Diagonalen, Rahmen oder gleichwertige Maßnahmen
  • Diagonalen sind an den Knotenpunkten mit den vertikalen und horizontalen Haupttraggliedern zu verbinden



Verankerung  3 

  • Gerüste, die freistehend nicht standsicher sind, müssen verankert werden.
  • Die Verankerungskräfte sind über Gerüsthalter und Befestigungsmittel in tragfähigen Verankerungsgrund, z. B. Stahlbetondecken, einzuleiten

Kennzeichnung

  • Am Gerüst muss ein Schild angebracht werden, das folgende Angaben enthält: DIN 4420, Gerüstgruppe, Gerüsthersteller (siehe Tabelle 1).

Gerüstgruppe 1) Mindestbreite der
Belagfläche 2) m
Flächenbezogenes
Nutzgewicht kg/m2
Flächenpressung 3)
kg/m2
1 0,50 4) - -
2 0,60 4) 150 -
3 0,60 200 -
4 0,90 300 500
5 0,90 450 750
6 0,90 600 1000

Tabelle 1: Gerüstgruppen und zulässige Belastung

1) Gerüstgruppe nach DIN 4420 Teil 1, Ausgabe Dezember 1990
2) Die freie Durchgangsbreite bei Materiallagerung auf der Belagfläche muss
    mindestens 0,20 m betragen.
3) Flächenpressung ist hier Nutzgewicht geteilt durch dessen tatsächliche
    Grundrissfläche.
4) Die Bordbrettdicke darf mitgerechnet werden.

Gerüst-gruppe Brett- oder Bohlen-breite b (cm) Brett- oder Bohlendicke d (cm)
3,0 3,5 4,0 4,5 5,0
1, 2, 3 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50
24 und 28 1,25 1,75 2,25 2,50 2,75
4 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50
24 und 28 1,25 1,75 2,00 2,25 2,50
5 20, 24, 28 1,25 1,25 1,50 1,75 2,00
6 20, 24, 28 1,00 1,25 1,25 1,50 1,75
Tabelle 2: Gerüstbeläge

Gerüstbeläge  4 

  • Gerüstbeläge sind vor dem Einsatz auf einwandfreie Beschaffenheit zu prüfen
  • Holzbeläge sind so zu verlegen, dass sie dicht aneinander liegen und nicht wippen und ausweichen können



Auslegergerüst  5 

  • Ausleger aus Stahlprofilen (I 80, I 100 oder IPE 80, IPE 100 aus St 37-2/St 37-3)
  • je Ausleger mind. 2 Befestigungen in der Stahlbetondecke verankern
  • einbetonierte Bügel müssen unter die untere Bewehrung greifen

Konsolgerüst  6 

  • Einhänghaken müssen mind. 25 cm lang sein.
  • die Verankerung ist nur in Stahlbetonmassivdecken zulässig
  • als Verankerung sind mind. 2 Verankerungsbügel von mind. 10 mm Ø erforderlich
  • Verankerungsbügel müssen mind. 50 cm in die Stahlbetondecke ragen

Bockgerüst  7 

  • nur normgerechte Gerüstböcke aus Metall oder Holz verwenden
  • maximale Belaghöhe: 4,00 m
  • ab 2,00 m Belaghöhe: Verstrebungen und Seitenschutz
  • Nutzgewicht nach den Gerüstgruppen
  • DIN 4420 Teil 1 beachten

Fahrgerüste  8 

(Fahrgerüste sind fahrbare Konstruktionen aus Gerüstbauteilen – fahrbare Gerüste nach DIN 4420; fahrbare Arbeitsbühnen nach DIN 4422)

  • Fahrbare Gerüste und Arbeitsbühnen dürfen nur auf ebener, tragfähiger Unterlage verwendet werden.
  • Beim Einsatz von fahrbaren Arbeitsbühnen ist die Aufbau- und Verwendungsanleitungen des Herstellers zu beachten. Sie muss an der Verwendungsstelle zur Verfügung stehen.
  • Gerüste dürfen erst bestiegen werden, wenn sie gegen unbeabsichtigte Fahrbewegungen gesichert sind.
  • Die Standsicherheit von Fahrgerüsten aus Stahlrohrkupplungsgerüstbauteilen gilt ohne Nachweis als gewährleistet, wenn die angegebenen Seiten-/ Höhenverhältnisse eingehalten sind  9 .
  • In allen anderen Fällen ist ein Standsicherheitsnachweis zu führen.
  • Bei aufkommendem Sturm und bei Arbeitsende sind Fahrgerüste gegen Umstürzen zu sichern.
  • Gerüste nur in Richtung der Diagonale oder in Längsrichtung  10  verfahren.
  • Beim Verfahren des Gerüstes dürfen sich keine Personen darauf aufhalten.
  • Lose Teile sind vor dem Verfahren zu entfernen.



  >   Weitere Informationen

  • Unfallverhütungsvorschrift(en), siehe Anhang
  • BGR 165 „Gerüstbau – Allgemeiner Teil mit Anhang DIN 4420“
  • BGR 166 „Systemgerüste“
  • BGR 167 „Stahlrohr- und Kupplungsgerüste“
  • BGR 168 „Auslegergerüste“
  • BGR 169 „Konsolgerüste für den Hoch- und Tiefbau“
  • BGR 170 „Konsolgerüste für den Stahl- und Anlagenbau“
  • BGR 171 „Bockgerüste“
  • BGR 172 „Fahrgerüste“
  • BGR 173 „Kleingerüste“
  • BGR 174 „Hängegerüste“

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