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B 2.1 Ofenbetrieb (Kalk)
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Zum Brennen von Kalk werden verschiedene Ofentypen
eingesetzt, z. B.:
- Schachtofen,
- Ringschachtofen,
- Doppelschachtofen (Maerz),
- Drehrohrofen.
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Die Überwachung des Ofenbetriebes erfolgt von
einem Leitstand. Hier laufen alle Parameter für die
Materialzuführung und den Brennprozess zusammen.
Beim Betreiben der Ofentypen kann es durch den
eingesetzten Kalkstein und die Brennmaterialien,
z. B. Koks, Anthrazit, Gas, Öl, Kohlenstaub oder
Ersatzbrennstoffe, zu Störungen im Betriebsablauf
kommen, z. B. Anbackungen.
Nach jahrelangem Betrieb kann es notwendig
werden, die Ausmauerung des Ofens teilweise oder
ganz zu erneuern.
Durch unvollständige Verbrennung kommt es im
Bereich der Gichtbühne zu CO-Emissionen, die bei
Kontrollgängen bzw. Reparaturarbeiten zur ernsten
Gesundheitsgefahr für die Mitarbeiter werden.
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Die häufigsten Gefahren
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- Unfälle bei der Beseitigung von Anbackungen und
Schlacke
- schwere körperliche Arbeit beim Ausmauern
- Staubbelastungen beim Ausmauern im Inneren
des Ofens
- bei Arbeiten im Inneren des Ofens: getroffen
werden von herunterfallenden Ausmauerungsmaterialien
oder anderen Stoffen
- Gesundheitsgefahren durch CO-Gas
(siehe Tabelle)
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Maßnahmen
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Störungsbeseitigung
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Tabelle: Vergiftung durch Kohlenmonoxyd in Abhängigkeit
von Aufenthaltszeit und Konzentration
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- Beseitigung von Ansätzen im Drehrohrofen durch
Abschuss mit einer Remington-Kanone. Hierfür
ist eine Berechtigung für einen Schusswaffengebrauch
erforderlich.
- Beseitigung von Ansätzen in den Schachtöfen:
- durch Stochern 1 ,
- durch Abschießen mit dem Druckgas-Verfahren „Cardox“ 2 ,
- durch Eindüsen eines Wasser-Luft-Gemisches (Hochdruck bis 600 bar).
- Hochdruckwasseranlagen müssen außerhalb des
Ofenbereiches drucklos sein.
- Beim Beobachten der Brennflamme durch Schaulöcher
sind Schutzschilde zu benutzen.
- Am Ofen sind alle Einzugsstellen von Antrieben,
Wellen, Kupplungen, Ketten u. a. durch Verkleidungen
oder andere Maßnahmen zu sichern.
- Beim Umgang mit unterschiedlichen Brennstoffen
sind deren spezifische Eigenschaften zu berücksichtigen.
Ein ungewollter Brennstoffaustritt ist zu
verhindern.
- Bei Arbeiten an Brennstoffleitungen sind diese
drucklos zu machen und gegen unbeabsichtigtes
Inbetriebnehmen zu sichern.
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Instandsetzung
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- Ein Drosseln des Brennprozesses bzw. eine vollständige
Abschaltung und Entleerung des Ofens
ist notwendig.
- Vor Beginn der Arbeiten ist die vollständige
Abkühlung des Ofens bzw. ein Abdecken der
Temperaturstrahlung erforderlich.
- Ein schriftlicher Arbeitsauftrag ist erforderlich.
- Für Schweiß-, Schneid- und Trennschleifarbeiten
ist ein Erlaubnisschein erforderlich.
- Eine Aufsichtsperson und/oder ein Sicherungsposten
mit Gaswarngerät muss benannt werden.
- Die notwendigen Materialien, Arbeits-, Hilfs- und
Sicherungsmittel sind bereitzustellen.
- Bei der Arbeitsorganisation ist auf die Abstimmung
beim Arbeiten mehrerer Personen zu achten. Eine
gegenseitige Beeinflussung der Arbeitsbereiche ist
abzusprechen und gegebenenfalls Maßnahmen
einzuleiten.
- Beim Einsteigen in den Ofen sind die Anforderungen
für das Arbeiten in engen Räumen und in
Silos zu beachten (s. auch Kapitel A 2.15, A 4.5).
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Besonderheiten bei CO
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- Das Betreten der Ofengichtbühne ist nur befähigten
Personen erlaubt.
- Im Leitstand muss sich an- und abgemeldet
werden.
- Das Mitführen eines geprüften CO-Messgerätes
zur Überwachung der Konzentration ist zwingend
vorgeschrieben.
- Bei einer CO-Konzentration > 60 ppm erfolgt ein
Dauerton, der zum sofortigen Verlassen des Ortes
auffordert.
- Bei längerem Aufenthalt (Reparaturen,
Störungsbeseitigung) mit CO-Konzentration
> 30 ppm ist Atemschutz erforderlich, Vollmaske
mit CO-Filter 3 .
- Beim Einsatz von Filtermasken ist mit dem Multimessgerät
auch der Luftsauerstoffgehalt zu
kontrollieren.
- Beim Vorhandensein eines betrieblichen Druckluftnetzes
ist der Einsatz von Schlauchgeräten vorzuziehen.
- Sauerstoffstationen sind zur Verfügung zu stellen.
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Betriebsanweisungen
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- Für Instandsetzungsarbeiten sowie Arbeiten
bei der Störungsbeseitigung sind Betriebsanweisungen
zu erstellen, insbesondere für:
- den Umgang mit Kalk,
- den Einsatz von Persönlicher Schutzausrüstung,
- das Auftreten von CO,
- den Umgang mit Gaskontrollgeräten.
- Die Mitarbeiter sind anhand der Betriebsanweisungen
regelmäßig zu unterweisen.
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Vorsorgeuntersuchungen
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- Vorsorgeuntersuchungen nach G 26 (Atemschutzgeräte),
evtl. G 30 (Hitzearbeiten)
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Persönliche Schutzausrüstungen
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- schwer entflammbare Arbeitsschutzkleidung
- Sicherheitsschuhe, Schutzhelm
- Schutzbrille und Schutzhandschuhe
- Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz
(PSA)
- Atemschutzgeräte
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> Weitere Informationen
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